1950 gründete Julius Diesenberg, ein Deutschlehrer aus Puerto Montt, die Privatschule namens Sankt Thomas Morus mit einer Anzahl von 30 Schülern.
Inspiriert in seiner Jugend durch das Leben und Werk des Heiligen, war für ihn die Wahl des Namens der Schule kein wirkliches Problem. Als wichtig und interessant empfand er das Vermächtnis von Thomas Morus und dachte dabei an die Bedeutung der Ideale und des Leitbildes für die junge Generation.
Im zweiten Jahr ihrer Existenz verdoppelt die Schule die Anzahl der Schüler bereits, wodurch ein Umzug unvermeidlich wird. Nun findet sie in Avenida Los Leones N° 60 ihr neues Zuhause.
Am 2. Dezember 1953 wurde die Korporation Deutsche Schule Sankt Thomas Morus ins Leben gerufen und der Schulverein gebildet, um im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland die Existenz der Schule bekanntzugeben und eventuelle finanzielle Unterstützung zu erhalten.
Zu Beginn des Schuljahres 1954 hatte sich die Schülerzahl weiterhin erhöht. Es gab nunmehr 6 Klassen in der Primarstufe, 4 Klassen in Geisteswissenschaften und einen Kindergarten. Ein erneuter Umzug stand bevor, in das ehemalige Gebäude der Deutschen Botschaft, nach Av. Pedro de Valdivia 320, denn das Goethe Institut hatte das Gebäude gerade verlassen.
1958 wurde, dank der steigenden Schülerzahl, die erste Etappe des Neubaus abgeschlossen. Gleichzeitig erreichte man ein qualitativ höheres Bildungsniveau. Die erste Generation von Abiturienten verabschiedete sich von der Schule.
Am 14. November 1959 erklärte das Bildungsministerium, durch die gesetzlichen Verordnung N° 14.139, offiziell zum “Mitarbeiter in der Bildungsfunktion des chilenischen Staates“.
Staatliche Anerkennung erlangte die Sankt Thomas Morus Schule im Jahre 1960.
21. November 1963 wurde die Elternvertretung ins Leben gerufen, um weiterhin eine optimale Beziehung zwischen Eltern,Erziehungsberechtigenten und Schulleitung und Lehrern zu ermöglichen und zu stärken.
Während der sechziger Jahre konnte unsere Schulgemeinde, dank der finanziellen Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, zwei ihrer wichtigen Projekte umgesetzt sehen:
Der Bau von 4 neuen Klassenräumen im 2. Stockwerk und die Turnhalle.
Im Akademischen Aspekt wurden, ausgenommen natürlich Chilenische Geschichte und Spanisch, zum ersten Mal alle Fächer in der deutschen Sprache unterrichtet. Die Schülerzahl pro Klasse wurde ganz bewuβt niedrig gehalten und somit ein optimaler Lernprozess gewährleistet, Garantie zur erfolgreichen Umsetzung der pädagogischen Zielstellung der Schule.
Wenig später standen den Schülern das Chemie- und Physiklabor zur Verfügung.
Als Deutsche Schule mit katholischer Tradition konnte die Institution im Jahr 1973 dieses Prinzip nicht mit den Bedingungen der neugegründeten Gesellschaft für Deutsche Schulen in Santiago vereinbaren, sodass von nun an keine ensandten Lehrkräfte aus der Bundesrepublik mehr eintrafen. Jedoch bestanden alle Schüler der 12. Klasse ein Jahr später das “Sprachdiplom II” , als diese Sprachprüfung erstmalig angewandt wurde.
Der stetige Arbeitsgeist der gesamten Schulgemeinde ermöglichte in den folgenden Jahren die Umsetzung von mehreren Projekten, zum Beispiel: zwei neue Klassenzimmer, einen Deutschraum und einen Raum für eine zweite Spielgruppe; eine 50m- Sprintstrecke mit drei Bahnen. Auch die Verschönerung der Grünflächen trug dazu bei, dass das gesamte Schulgelände nun ein freundlicheres Gesicht zeigte.
1975 erlangte unsere Schule vom Bildungsministerium die Anerkennung als “ Zweisprachige Schule”, nun stand dem Unterricht in deutscher Sprache nichts mehr entgegen, allerdings nur bis zur 8.Klasse und ausgenommen natürlich der Fächer Spanisch und Sozialwissenschaften.
Unter der Leitung von Karsten Bodersen, Sportlehrer und ehemals Mitglied der chilenischen Leichtatletik-Nationalmannschaft, wurde in der Deutschen Schule Sankt Thomas Morus der Sport zu einem zentralen Thema. Er ging als Gründer des “Sportfestes“ der Deutschen Schulen in Chile in die Schulgeschichte des Landes ein.
Mitte der achziger Jahre kommt die Schule erneut in die Kategorie der Schulbeihilfeschulen, erhält jedoch die bisher niedrigste finanzielle Unterstützung, aufgrund der schlechten Ergebnisse im Fach Deutsch. Die Schulkapelle wird eingeweiht.
Gegen Ende der achziger Jahre wurde die Turnhalle renoviert und zu Beginn der neunziger Jahre der Neubau des Komplexes B fertiggestellt: 8 neue Klassenräume und 4 Fachlabors.
Die letzten zehn Jahre des zweiten Jahrtausends waren durch folgende Aspekte gekennzeichnet:
• 1991 Laut neuer Satzung der “Korporation Deutsche Schule Sankt Thomas Morus” sind Mitglieder des Schulvorstandes: sechs Vertreter der Korporation (Eltern) und ein Vertreter des Deutschen Pfarramtes Sankt Michael.
•1993 bekommt die Schule nach 16 Jahren wieder deutsche Austauschlehrer zugesandt. Epfangen werden ein Schulleiter und drei Lehrer.
• 1995 wurde für Kinder ab dem 5.Schuljahr das Fach “Philosophie“ in den Lehrplan aufgenommen.
• 1997 Bau eines dritten Stockwerkes im renovierten Teil des Schulgebäudes: 4 neue Klassenzimmer inklusive ein Mehrzweckraum.
Die Schule trat dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen bei , welcher die Arbeit der Deutschen Bildungseinrichtungen im Ausland koordiniert.
In den letzten zehn Schuljahren konnte unsere Institution stetig herausragende akademische Leistung erreichen, wie die Ergebnisse der nationalen Hochschulzugangsprüfung P.A.A und PSU, SIMCE und die des Sprachdiploms I und II belegen.
Durch die ständige Bemühung aller Akteure unserer Schulgemeinde konnte im Laufe der Zeit die freundschaftliche Atmosphäre durch eine gute Komunikation und ein gesundes Zusammenleben gefestigt und gefördert werden. Dies wird vorallem bei spezifischen auβerschulischen Aktivitäten deutlich, zum Beispiel unter anderen bei der Schulmesse, den jährlichen Kunstmessen und Aktivitäten des Bereiches Sozialwerk.











